Frauen und Bier

Hallo zusammen!

Ich möchte mich mal kurz vorstellen: Ich bin Steffi – die Bierbotschafter-Frau ;-)

Mein Mann und ich beschäftigen uns nun schon seit über zwei Jahren mit dem Thema „Craft Bier“. Bei diversen Messen und Veranstaltungen sahen wir auch viele Frauen vor und hinter den Ständen, und auch bei uns im Laden stellen wir eine größer werdende Begeisterung von Frauen an Bieren fest.
So kam die Idee mit dem „Frauenmonat“ zustande. Und da passt es dann natürlich auch wunderbar, dass ich mich zu dem Thema hier austobe.
In den nächsten Wochen werde ich Euch einige bierbegeisterte Frauen vorstellen. Am Sonntag geht’s los!

Empfehlungen

Heute ist mein letzter Tag hier auf der Bierbotschafter-Seite. Zum Abschluss habe ich mir etwas Besonderes einfallen lassen: Mitte Januar habe ich mir mal drei Frauen geschnappt und mit ihnen einen privaten Verkostungsabend bei uns im Laden veranstaltet. Jede hat sich verschiedene Biere aus unserem Regal ausgesucht, die wir dann zusammen probiert haben. Und unterschiedliche Geschmäcker führen zu unterschiedlichen Ergebnissen. Hier die Biere, die die Drei als besonders lecker befunden haben mit einem kurzen Kommentar:

 

 

Kathrin (White Pony Dark Signs):

 

„Vanille und Schokolade? Lecker! Dann gern ein Bier zum Nachtisch!“

 

 

Kirsten (Samuel Smith Oatmeal Stout):

 

„Ein lecker malziges Stout, nicht zu süß.“

 

 

Natalia (Lindemans Gueuze):

 

„Es prickelt, es schmeckt, es ist einfach perfekt!“

Empfehlung

White Pony Dark Signs

Das letzte Bier, das ich Euch vorstelle – außerdem zur Zeit mein Lieblingsbier: Dark Signs von White Pony aus Italien. Die Brauerei gibt es seit 2012. Sie befindet sich in einer kleinen Gemeinde in Venetien und wird von einem Italiener mit belgischen Wurzeln geführt. Da wundert es auch niemanden, dass einige ihrer Biere in Belgien gebraut werden.

 

Zum ersten Mal kam ich in Bochum, auf der Finest Spirits and Beer, in den Genuss eines Dark Signs. Mein Mann und ich waren direkt hellauf begeistert. Am nächsten Tag, gemeinsam mit meinem Schwager, wurde direkt nochmal probiert – und für mehr als gut befunden. Also stand fest: Das müssen wir unbedingt ins Sortiment aufnehmen!

 

Im Glas präsentiert sich das Dark Signs (übrigens ein Quadrupel) mit einer beigen, feinporigen Schaumkrone. Bei der Farbe macht es seinem Namen alle Ehre: Es ist sehr dunkelbraun, fast schwarz.

 

Beim ersten Riechen muss man sich erstmal sortieren, so viele Aromen strömen auf einen ein: dunkle Schokolade, Vanille, Dörrobst und ein Hauch von Rum. Auch die 13,1 % Alkohol riecht man heraus.

Die Vanille und den Rum schmeckt man auch deutlich im Antrunk. Und schon während das Dark Signs die Kehle herunterrinnt, breiten sich starke Schokoladenaromen im Rachen aus, die noch lange erhalten bleiben. Der Alkohol sorgt dafür, dass es schön warm im Bauch wird.

 

Auch hier wird eine Trinktemperatur von 12-14 °C empfohlen. Gerade solche dunklen Biere, wie das Dark Signs (oder auch das Schönramer Imperial Stout, dass ich Euch schon vorgestellt habe), sollte man nicht kühlschrank-kalt trinken, da sonst einfach zu viel von der Aromenvielfalt beim Geschmack verloren gehen würde.

Interview

Daniela Hartl

 

 

Daniela Hartl begann 2009 für Camba Bavaria zu arbeiten und ist seit 2012 Biersommeliere. Vor kurzem hat sie sich selbstständig gemacht. Was man da den ganzen Tag so macht, erzählt sie uns im Interview.

  1. Welches Bier/Welche Situation war das, als Du das erste Mal mit dem Thema Craft Bier in Berührung kamst?

 

Meine erste Erfahrung mit Craft Bier habe ich in Truchtlaching in der Camba Bavaria gemacht. Als ich dort vor mittlerweile fast 7 Jahren angefangen habe zu arbeiten wurde dort schon Stout und IPA gebraut. Bei internen Schulungen, Tastings und natürlich bei den vielen Besuchen von anderen Braureien (viele auch international) in der Camba bin ich sozusagen mit dem Biervirus infiziert worden ;)

 

 

  1. Wie kam es dazu, dass Du Dein Hobby zum Beruf gemacht hast?

 

Bier ist so vielfältig, spannend und abwechslungsreich und genau dass macht es für mich zu meinem Lieblingsthema

Neugierde und den Ansporn dieses tolle Thema mit anderen zu teilen ist, glaub ich, das Ausschlaggebende gewesen. Ich habe in der Camba angefangen Bierproben, Erlebnisbrautage und Frauenbierstammtische zu organisieren und durchzuführen. Interne Personalschulungen, Messeauftritte und immer mehr außer Haus Anfragen kamen dazu. Im letzten Jahr habe ich dann einen neuen Schritt gewagt und bin zuerst in den Ausbildungsbereich gewechselt (Institut für Bierkultur) und danach in die Selbstständigkeit. Jetzt bin ich mit meiner eigenen Firma „Die Biersommeliere“ unterwegs und mein Hobby wurde zum Beruf. Ich bin für Brauereien, Gaststätten und Getränkemärkte beratend und schulend unterwegs, organisiere Events und führe Biertastings, Bierkulinarien etc. durch.

 

 

  1. Wie sieht ein normaler Tagesablauf bei Dir aus?

 

Einen normalen Ablauf gibt es nicht, zumindest nicht im Sinne eines „Nine to Five“ Jobs. Jeder Tag, jede Woche, jeder Monat bringt neue Aufgaben mit sich. Perfekte Organisation und Planung ist wichtig, damit es keine Terminüberschneidungen gibt. Seminare und Schulungen gehören individuell auf die Kundenbedürfnisse ausgearbeitet. Auch Kontaktpflege mit Kunden, Brauern und Kollegen ist sehr wichtig. Im letzten Jahr war ich gefühlt mehr in Deutschland, Österreich und Italien unterwegs als zu Hause. Aber auch das ist mir wichtig, schließlich habe ich einen Mann, der auch Biersommelier ist ;) und einen kleinen Sohn und meine Familie steht an erster Stelle.

 

  1. Du organisierst regelmäßig Frauenbierstammtische. Wie läuft so ein Abend ab?

 

Der Frauenbierstammtisch in Truchtlaching besteht seit mittlerweile seit knapp 3 Jahren und der in München seit letzten Herbst. Jeder Stammtisch steht unter einem anderen Motto, von Bier und Schokolade, Bier und Käse, Bier und Gesundheit bis hin zu Bockbierverkostung, Gläserschulung, FoodPairing bis zur Floßfahrt mit Biercocktails in der Abenddämmerung ist alles dabei. Mein Ansatz ist den Damen zu zeigen wie vielfältig die Bierlandschaft ist und immer neue spannende Themen aufzuzeigen. Wir machen auch Ausflüge in Brauereien oder bekommen Besuch von Brauern und Brauerinnen. Nachdem es sich um eine Gruppe von Frauen handelt, die sich nicht alle kennen oder nur beim Stammtisch treffen wird immer erst das getan wofür ein Stammtisch da ist – geratscht, gegessen und getrunken. Wenn ich merke, dass ich dann auch die Aufmerksamkeit aller haben kann (das musste ich lernen – erst muss der Redebedarf gestillt werden) fange ich mit dem Thema an, dass ich vorbereitet haben. Das wichtigste ist, Begeisterung zu wecken, Neugierde zu erzeugen und Spaß zu haben. Das gilt für die Frauen und auch für mich selber. Und nach drei Jahren Frauenbierstammtisch kann ich sagen – es ist schön zu sehen wie sich das Ganze entwickelt hat und immer mehr Bierbegeisterte Frauen kommen und dabei sein wollen. Ich freue mich schon auf viele neue Termine in diesem Jahr, mit Bier – von Frau zu Frau!

 

  1. Wo siehst Du Dich/das Thema Craft Bier in 5 Jahren?

 

Das Thema Craft Bier wird sich weiter entwickeln und immer mehr Freunde finden. Meine Meinung ist - es werden sich viele neue Brauereien etablieren und einige werden wieder verschwinden. Qualität wird sich auf Dauer durchsetzen und wir dürfen uns sicher auf eine bierige Zeit freuen.

Ich selbst sehe mich hoffentlich weiterhin erfolgreich im Bierbereich – dieses Jahr wird viel Neues bringen über das ich aber heute an dieser Stelle noch nichts genauerers sagen kann. Aber ihr dürft gespannt sein.

 

 

Empfehlung

Kona Castaway IPA

Mein zweites Highlight aus unserem Regal: Kona Castaway IPA

 

Von wegen es gibt kein Bier auf Hawaii! 1994 wurde die Kona Brewing Company in Kailua-Kona auf Hawaiis größter Insel gegründet.

Alleine die Flasche ist schon ein Hingucker: Ein Relief der Hawaiianischen Inselgruppe ist darauf zu erkennen. In den Kronkorken findet sich jeweils ein hawaiianisches Wort mit seiner englischen Übersetzung. Sammler aufgepasst: Es gibt insgesamt 50 verschiedene Kronkorken!

 

Das Castaway ist ein West Coast India Pale Ale mit 6 % Alkohol. Im Glas präsentiert es sich golden mit einer üppigen Schaumkrone.

Der Geruch ist ein echtes Erlebnis: Schließt man die Augen und schnuppert, kann man sich glatt vorstellen, am Strand zu liegen – inklusive Blumenkettchen! ;-) Ein bunter Obstkorb mit Noten von Grapefruit, Mandarine und Zitrusfrüchten entfaltet sich. Auch das Malz ist präsent.

Dann der erste Schluck: Die starke Fruchtigkeit aus der Nase setzt sich im Geschmack fort und wechselt sich mit leichten Nuancen von Karamell und Malz ab. Dies harmoniert perfekt mit der starken Herbe im Abgang, die lange erhalten bleibt.

 

Ein unheimlich erfrischendes Bier. Einem Einsteiger würde ich allerdings eher eines der anderen Biere der Kona Brewing Company empfehlen. (Wir haben da noch ein tolles Pale Ale, Lager und Golden Ale.)

 

Trinktemperatur: 5-8 °C

 

Speiseempfehlung: Schinken, Speck, scharfe Gerichte

Interview

Mareike Hasenbeck

Foto: Elena Hasenbeck

Mareike Hasenbeck ist freie Journalistin und schreibt für Focus, Craft, Playboy und einige andere. Sie hat einen eigenen Bier Blog (www.feinerhopfen.com), in dem sie Brauer und andere Bierexperten interviewt, Biere vorstellt und allerhand Anderes über Gerstensaft schreibt.

Als rennommierte Bierexpertin sitzt sie in verschiedenen Jurys von internationalen und nationalen Bierwettbewerben.

1. Welches Bier/Welche Situation war das, als Du das erste Mal mit dem Thema Craft Bier in Berührung kamst?

Bis vor drei Jahren hab ich eigentlich fast kein Bier angerührt. Höchstens im Biergarten mal ein Radler oder bei Grillpartys an der Isar ein Helles aus der Flasche - wenn es nichts anderes gab. Dann stolperte ich bei einer Veranstaltung über mein erstes kalifornisches Pale Ale. Ich schloss die Augen, die Erdrotation stoppte und einen kurzen Moment lang blieb die Zeit stehen. Das war übrigens ein ganz normales „Pale 31“ von Firestone Walker. Dieser Moment hat mich zur Bier-Genießerin gemacht und war die Geburtsstunde für meinen Blog www.feinerhopfen.com. Als ich später die ersten IPA`s, Stouts, Porters und Lambics probierte, war es um mich geschehen.


2. Wie kam es dazu, dass Du Dein Hobby zum Beruf gemacht hast?

Im Hauptberuf bin ich keine Bloggerin, sondern ausgebildete Journalistin mit crossmedialen Background. Daher war der Weg zum Blog nicht weit. Lange stellte sich nur die Frage, über was ich bloggen soll. Online-Tagebücher überfluten zu fast jedem Thema das Netz, da braucht man schon eine zündende Idee, um nicht in diesem Universum unterzugehen. Nach meinem ersten Craft-Biergenuss und intensiver Recherche, was es zu dem Thema im Internet bereits gab, war sofort klar, dass ich über kreative Biere und die neu entstehende Craft-Szene schreiben muss.


3. Du hast ja schon mal bei den Meininger Craft Beer Awards in der Jury gesessen. Wie läuft so etwas ab?

Ich sitze nicht nur in der Jury des „International Craft Beer Awards“ von Meininger, sondern auch im „European Beer Star“ und einigen Hobbybrauer-Wettbewerben. Da dort hunderte oder gar tausende von Biersorten eingereicht werden, teilt man die Verkoster in Gruppen ein, damit keiner der Experten am Ende des Tages vom Stuhl kippt. Denn jeder Prüfer muss pro Tag rund 100 Biere testen. In einer Bewertungsscala werden dann die Degustationsnotizen der Blindverkostung festgehalten. Am Ende der Runde diskutiert die Gruppe über die Ergebnisse und legt eine finale Note fest. Das spannende an solchen Awards ist neben der abenteuerlichen Verkostung auch der Gedankenaustausch mit international renommierten Juroren.

4. Wie sieht bei Dir ein normaler Tagesablauf aus?

Als Journalistin bin ich viel unterwegs, reise pro Jahr rund um den Globus in Länder in denen jeder Tagesablauf anders verläuft. Wenn ich dann mal zu Hause bin, beginnt der Morgen mit einem feinen Espresso und der neuesten Nachrichtenlage. Dann folgt die ganze Kommunikationspalette, von Facebook, Twitter und Instagram, bis zu E-Mail, Telefon oder WhatsApp. Und abends geht es in die nächste Craft-Bier-Bar.


5. Wo siehst Du Dich/das Thema Craft Bier in 5 Jahren?

Mein Leben ist derzeit so spannend und aufregend, dass ich mich über einen Zeitraum von fünf Jahren nicht festlegen will. Jeden Tag passieren neue Dinge, die meinem Job und meinen Interessen eine andere Richtung geben. Was den Craft-Biermarkt angeht, so bin ich mir sicher, dass wir in den kommenden fünf Jahren eine vergleichbare Entwicklung erleben, wie in den USA und sich kreative Bierspezialitäten auch in Deutschland fest etablieren werden. Dann wird man in jedem guten Restaurant, in Bars, Bistros und Cafés das passende Bier für jede Anlass finden. Mein Ziel ist es diesen Markt medial mitzugestalten und nach allen Kräften voranzutreiben.

Feiner Hopfen

Meine Reise durch die Welt der Craftbiere

feinerhopfen.com

 

Empfehlung

Schönramer Imperial Stout

Mein Mann als zertifizierter Bierbotschafter soll nicht über die Biere urteilen – Ich hingegen kann das schon! ;-)

Also werde ich Euch während meiner Herrschaft über die Bierbotschafter-Seite drei Biere vorstellen, die für mich echte Highlights aus unserem Regal sind.

 

Los geht es mit dem Schönramer Imperial Stout.

 

Die private Landbrauerei Schönram liegt in der Gemeinde Petting in Oberbayern. Braumeister ist Eric Toft, gebürtiger Amerikaner.

 

Das Imperial Stout wurde im 18. Jahrhundert zu Ehren der Zarin Katharina der Großen gebraut und erfreute sich großer Beliebtheit. Nach einiger Zeit geriet der Bierstil in Vergessenheit, aber im Zuge der Craft Bier Bewegung in den USA in den letzten Jahren wurde er wiederentdeckt.

 

Das Schönramer Imperial Stout hat mich mit seiner großen Aromenvielfalt überzeugt.

Pechschwarz und nahezu ölig mit einer cremigen, stabilen Schaumkrone ist es schon vom Anblick her ein Genuss.

Der Geruch ist sehr komplex: Noten von Röstmalz, Rosinen, Rum und vor allem Schokolade lassen einem das Wasser im Munde zusammenlaufen! Oft dauert es eine Weile, bis ich den ersten Schluck nehme, weil ich einfach nicht genug davon bekommen kann.

Im Antrunk schmeckt man die stolzen 9,5 % Alkohol schon sehr raus. Ein bißchen erinnert der Geschmack schon fast an Rum. Als nächstes kann man Noten von Lakritz und Rosinen erkennen. Der Abgang bringt extrem deutliche Röst - und vor allem Schokoladennoten mit sich. Auch lange nach dem letzten Schluck bleiben die komplexen Geschmäcker erhalten.

Um diese vollends genießen zu können, sollte das Bier auf keinen Fall kalt getrunken werden. Die optimale Trinktemperatur liegt bei 12-14 Grad Celsius.

 

Als Speiseempfehlung werden Meeresfrüchte, würziger Käse und Wild angegeben. Was ich aus eigener Erfahrung weiß: Zu einem schokoladigen Dessert passt das Schönramer Imperial Stout perfekt! Nur ein kleines Stück Bitterschokolade reicht aus, damit die Aromen des Bieres und der Schoki sich gegenseitig verstärken.

 

Abschließend kann man also sagen, ist dieses Bier unheimlich spannend und facettenreich. Sollte man mal probiert haben!

Interviews

zwei Frauen, die brauen

Ich möchte Euch zwei Frauen vorstellen, die ihr eigenes Bier brauen.

 

Die Eine ist Geschäftsführerin bei BRLO aus Berlin und braut zusammen mit zwei Freunden Bierspezialitäten "handcrafted with Berlin love“. Katharina Kurz hat BWL studiert und ihr Hobby zum Beruf gemacht.

 

Die Andere, Natalie Warneke, braut mit Ihrem Freund unter dem Motto "Stoppt Massenbierhaltung" unter dem Label "von Freude" Biere mit Charakter und war ursprünglich mal Textil- und Bekleidungsmanagerin.

Katharina Kurz (BRLO)

Katharina Kurz mit ihren Kollegen Micha Lembke und Christian Laase - Quelle: BRLO

1. Welches Bier/Welche Situation war das, als Du das erste Mal mit dem Thema Craft Bier in Berührung kamst?

 

Ich bin in den USA mit dem Thema Craft Bier in Berührung gekommen. Ich habe 2006/2007 in New York gelebt und habe dort vor allem die Brooklyn Brewery entdeckt. Erst das Brooklyn Lager und dann das IPA. Gerade IPAs waren einfach eine unglaubliche Geschmacksoffenbarung und so komplett anders als alles, was wir normalerweise in Deutschland kennen. 

 

 

 

 

 

 

 

 

2. Wie kamst Du dann letztendlich dazu, eine eigene Brauerei zu gründen und wie lief das genau ab?

 

Das war wirklich eher ein lustiger Zufall und startete als Nebenprojekt. Ich war gerade "zwischen Jobs" und suchte nach einer neuen Herausforderung. Bei einem Australienurlaub hatte ich dort wieder unglaublichen Spaß an der Biervielfalt in der Craft-Beer-Szene und dachte mir, dass ich das gerne irgendwann mal in meinem Leben machen würde - eine coole kleine Biermarke. Das hab ich Christian, einem Freund aus Studienzeiten, erzählt. Er hatte das Thema Bier auch auf dem Schirm, allerdings als Vater-Sohn-Hobby - er wollte sich mit seinem Papa gemeinsam das Brauen beibringen. Aus dieser Bierlaune heraus (es war tatsächlich ein Abend mit sehr viel Bier ;-)) haben wir dann beschlossen, das einfach mal weiterzuverfolgen. Irgendwie kamen dann mehrere Steine in's Rollen und wir haben schließlich Micha kennen gelernt, unseren Braumeister. Das passte alles wie die Faust auf's Auge, so dass wir zu dritt dann BRLO gegründet haben. Es war einfach ein Sprung in's kalte Wasser. 

 

3. Was haben Deine Familie und Dein Freundeskreis davon gehalten, dass Du Bier brauen wolltest?

 

Also der Freundeskreis findet das natürlich erstmal super, ich weiß nicht, wie oft ich den Spruch gehört habe: "Ich biete mich gerne zum Testtrinken an" :-) Bei meiner Familie musste ich erst ein wenig Erklärungsarbeit leisten. Mein Vater zum Beispiel kannte eben nur den traditionellen Biermarkt und die Zeitungsartikel von wegen "sinkende Hektolitermengen" oder "Der deutsche Biermarkt in der Krise". Aber sie haben dann schnell verstanden, warum Craft Beer wirklich eine ganz neue Chance bietet. Insgesamt muss ich sagen, dass der gesamte Freundeskreis BRLO wirklich fantastisch unterstützt. Ich freue mich immer, wenn mir Freunde Fotos von sich und BRLO-Flaschen schicken, die sie irgendwo gesehen oder getrunken haben. 

 

4. Wie sieht ein normaler Tagesablauf bei Dir aus?

 

Puh, einen normalen Tagesablauf gibt es eigentlich nicht wirklich, als Gründer ist es eben sehr abwechslungsreich. Zum einen stelle ich natürlich unsere Biere oft vor, bei Bars, Restaurants und Händlern oder habe Termine mit Großhändlern. Dann spricht man mit Kunden, nimmt Bestellungen an, koordiniert Lieferungen, etc. Mit Braumeister Micha spreche ich die Produktionsplanungen, Abfüllungen und Rohstoffplanungen ab. Mein persönliches Steckenpferd sind dann auch noch unsere Social Media-Seiten wie Facebook oder Instagram. Und am Ende des Tages gehe ich natürlich auch auf viele Bierveranstaltungen. Ehrlich gesagt hatte ich noch nie so viel Spaß im Job wie mit BRLO! 

 

5. Wo siehst Du Dich und die Craft Bier Bewegung in 5 Jahren? Was sind Deine Wünsche und Ziele?

 

Ich glaube die Craft Bier Bewegung wird florieren und in 5 Jahren noch wesentlich weiter sein in Deutschland. Mehr Brauer, mehr Anhänger, mehr Bars und Restaurants, mehr von allem! Vielleicht braucht man dann den Begriff Craft Bier auch nicht mehr, weil die Biervielfalt völlig normal geworden ist. Das wäre doch schön, oder? Für mich persönlich hoffe ich, dass wir dann natürlich mittlerweile unsere eigene Brauerei in Berlin haben und BRLO ein fester Bestandteil dieser neuen Bierlandschaft geworden ist. Ein eigener Ausschank wäre auch schön. Wer weiß, vielleicht dauert es auch nicht ganz 5 Jahre bis dahin ;-)

Natalie Warneke (von Freude)

Natalie Warneke - Quelle: von Freude

1. Welches Bier/Welche Situation war das, als Du das erste Mal mit dem Thema Craft Bier in Berührung kamst?

 

Ich liebe es Dinge selber zu machen, die man essen oder trinken kann. Mein erstes Craft Beer... damals kannte ich den Begriff noch gar nicht. Ich bin an der belgischen Grenze aufgewachsen.

Ich wußte also, daß es Biere abseits des dünnen Pils aus dem Sonderangebot gibt. Als ich vor acht Jahren nach Hamburg kam, habe ich schon kein Bier mehr getrunken. Das war für mich einfach kein Genuß. Ich habe dann aus purer Neugier mein erstes Bier gebraut. Zu Hause, auf dem Herd, in einem 20 Liter Topf. Dabei entstanden ist ein Altbier nach einem Rezept aus dem Internet. Es war großartig!

 

2. Wie kamst Du dann letztendlich dazu, eine eigene Brauerei zu gründen und wie lief das genau ab?

 

Das erste Bier war bereits ein tolles Erlebnis. Ich habe weiter experimentiert und neue Zutaten und Techniken ausprobiert. Besonders das Kalthopfen hat mich fasziniert. Das ist eine Technik, bei welcher der Charakter einzelner Hopfen besonders deutlich zur Geltung kommt. Das Bier erhält durch diesen Kaltauszug der Hopfen fruchtige, kräutrige oder sogar sehr exotische Düfte. Biere werden so vielschichtig und spannend – wie ein toller Wein.

Durch die Experimente entstand so ein Rezept, das ich super fand. Ich habe Freunden und befreundeten Gastronomen etwas von dem Bier gegeben. Die Begeisterung war groß. Das war für mich der Kick Off, ein eigenes Unternehmen aufzubauen. Das hatte ich mir immer gewünscht. Es gibt kaum etwas besseres, als ein Unternehmen aus privater Leidenschaft erwachsen zu lassen. Also stehe ich jetzt hier, mit Bier, mit von Freude. So ist das passiert.

 

 

 

 

3. Was haben Deine Familie und Dein Freundeskreis davon gehalten, dass Du Bier brauen wolltest?

 

Wenn Du beruflich Bier braust, dann sind alle begeistert. Im Freundeskreis, in der Familie, alle. Einige meiner Freunde finden es mutig, etwas eigenes aufzubauen und einen eignen Weg zu gehen, andere sind selbst Unternehmer. Meine Familie ist wahnsinnig stolz auf mich, probiert neugierig jedes neue Bier und zeigt jeden Zeitungsartikel im Freundeskreis herum.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

4. Wie sieht ein normaler Tagesablauf bei Dir aus?

 

Den einen normalen Tag gibt es als Unternehmer nicht. Ich treffe Kunden, braue Bier, telefoniere mit Veranstaltern von Events, bewältige mal mehr, mal weniger erfolgreich die Flut von emails, ich verkoste neue Test-Sude, suche mir Inspiration bei Freunden, Gastronomen, Foodies, packe Bestellungen oder bewältige Probleme aller Art... So sind meine Tage buntgemischt.

Als Gründer machst Du alles, was gerade ansteht: von Lager fegen bis Strategieplanung.

 

 

 

 

 

 

 

5. Wo siehst Du Dich und die Craft Bier Bewegung in 5 Jahren? Was sind Deine Wünsche und Ziele?

 

Ok, also im Jahr 2021. Da wird von Freude im Oktober das achte Familienjubiläum feiern. Darüber hinaus werden die Entwicklungen des Craft Beer-Segments hierzulande schneller geschehen als in den USA. Wir profitieren von der Vorarbeit aus anderen Ländern.

Mir ist wichtig, daß unsere Produkte aus der Nische in die Breite gewachsen sind im Jahr 2021. Darüber hinaus erwarte ich für 2021, daß die Vielfalt besonderer Biere weiter zunimmt, gerne mit gewisser Kontroverse. Das hat die deutsche Bierkultur verdient.

Kreative Biere werden einen festen Platz bei den Genußmitteln behaupten. Ich investiere meine Zeit, mein Geld und meine Schaffenskraft in das Ziel, daß bald von der Currywurstbude bis zum Sternerestaurant, und von der Eckkneipe bis zum Oktoberfest alle Orte eine große Auswahl tatsächlich unterschiedlicher Biere im Angebot haben. Vielleicht brauchen wir ein gesetzlich verankertes Vielfaltsgebot.

Hier findet Ihr mich:

Getränke-Oase  Schönhold

Alter Uentroper Weg 68
59071 Hamm

Tel.: +49 2381 8764500

oder nutzen Sie einfach unser Kontaktformular.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© BierbotschafterHamm Sebastian Schönhold