Was ist Craft Bier?

Die Craft-Beer Bewegung entstand Anfang der 1980er Jahre in den USA. Die USA waren zu dieser Zeit nicht gerade mit gutem Bier gesegnet. Fernreisen mit Flugzeugen waren erschwinglich geworden und Amerikaner, die aus Europa wiederkehrten berichteten von britischen Ales, von Klosterbieren aus Belgien und von knackigem Pils aus Deutschland. Im Jahr 1978 hob US-Präsident Jimmy Carter das Heimbrau Verbot auf. Jeder USA Bürger konnte nun, wenn er sich die nötige Aurüstung zulegte, sein eigenes Bier brauen.

Von der Brewers Association (amerikanischer Brauerbund) erhobene Zahlen verdeutlichen, wie rasant die Brauerszene in Amerika in der Zwischenzeit angewachsen ist:
1980: 8 Craft-Breweries
1994: 537 Craft-Breweries
2012: 2300 Craft-Breweries

Einfach ausgedrückt ist Craft Beer handwerklich (craft) gebrautes Bier (Beer).

Während man bei uns in Deutschland noch darüber streitet, welches Bier sich denn nun Craft-Beer nennen darf und welches nicht, ist man in den USA schon einen Schritt weiter. Dort ist es klar definiert, welches Bier sich dieses "Siegel" aufdrücken darf:

Die US-Amerikanische Brauervereinigung definiert "Craft Beer" als Bier "von einem Brauer, der in kleinen Mengen und unabhängig von Konzernen auf traditionelle Weise braut". Den amerikanischen Maßstab "in kleinen Mengen" darf man hierzulande nicht mit der Größe einer Gasthausbrauerei gleichsetzen. Denn die Höchstmenge wird mit einem Ausstoß von 6 Millionen Barrel angegeben. Das entspricht 954.000.000 Litern oder 9.540.000 Hektolitern Bier. Zum Vergleich: Der Ausstoß von Krombacher Pils beträgt ungefähr die Hälfte.
"Unabhängig von Konzernen" heißt genau, dass Konzerne maximal 25% der Anteile halten dürfen.

Vor ca. drei Jahren schwappte diese Welle nun auch zu uns nach Deutschland. Über das bierbegeisterte Skandinavien trafen erste Flaschen der Kult-Brauerei "Sierra Nevada" ein. Dabei handelt es sich um hocharomatische, stark gehopfte Biere...die IPA`s (Indian Pale Ale). Allerdings ist ein extra stark gehopftes Bier nicht automatisch ein Craft Beer und andersrum ist ein schwach gehopftes Bier nicht unbedingt kein Craft Beer.
Es geht mehr um die Unterscheidbarkeit eines Bieres von anderen Bieren. Biere mit eigenem Charakter sind Craft Biere. Ein Craft Beer ist ein Bier, dass sich von der Masse abhebt.

Warum die Craft-Beer Welle Deutschland erst später erreichte als viele Länder und ob Deutschland diesbezüglich hinterherhinkt beantwortet Greg Koch, Betreiber der Kult-Brauerei Stone Brewing in Kalifornien, einer Brauerei, die letztes Jahr ihren 17. Geburtstag feierte. Er kennt die Rahmenbedingungen in Deutschland sehr gut und wundert sich nicht, dass die Bierrevolution in Deutschland später geschieht. "In den USA war der Handlungsbedarf groß. Damals gab es ja nur die fade, blonde Industrieplörre. Im direkten Vergleich zu diesen sind die Industriebiere aus Deutschland sehr aromatisch und von guter Qualität. Der Leidensdruck ist somit deutlich geringer."


Quellen:

www.mixology.eu
www.bierclub.de
www.prweb.com

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